HESSISCHER FLÜCHTLINGSRAT
Mitglied in der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft PRO ASYL
Geschäftstelle: Leipziger Straße 17 - 60487 Frankfurt a.M.
Telefon: 069 / 976 987 10 - Fax: 069 / 976 987 11 - email: hfr@fr-hessen.de

 

Gegenwehr 3/4/2003

 
 

Inhaltsverzeichnis

In eigener Sache

Neues aus dem Büro

Netzwerk Spezialgebiete

Beitrittserklärung


Aktuelles

Abschiebestopp für Flüchtlinge aus Burma/Myanmar
iaf Hessen vor dem Aus!
"Sichere Zukunft"
Kirchen sind empört über Rausschmiss
RechtsanwältInnen für den Erhalt des Flughafensozialdienstes
Presseerklärung des hfr zur Schließung d. Flughafensozialdienstes
Protest gegen Trennung von Asyl suchender Mutter und Kind
Land will Unterkunft für Flüchtlinge schließen
Presseerklärung der Evang. Kirchengemeinde Wallau/Weifenbach
Noch eine Chance hier zu bleiben?
Abschiebung nach Jahren?
Was können wir tun, um die Freunde wiederzuholen?
Offener Brief des Hessischen Flüchtlingsrates
Bleiberechtkampagne in Hessen

Gesetze, Urteile, Erlasse
Zur Rückführung afghanischer Staatsangehöriger
Von Anfang bis Ende rechtswidrig
Inländische Fluchtalternative
Deutschland kein sicherer Drittstaat für Traumatisierte
Bezeichnung des Zielstaates einer Abschiebung
Weitere Urteile

Hintergrundberichte
Der Staat will Härte zeigen
ai-Bericht Burma / Myanmar
Extremisten nutzen das politische Vakuum
Schily will mehr Minderheitenangehörige nach Kosovo abschieben
Kleine Anfrage von Bündnis/Die Grünen zur Abschiebungshaft in Hessen

Initiativen vor Ort / Film- und Büchertipps
Kontaktkreis Asyl feiert sein zehnjähriges Bestehen
Offener Brief des Arbeitskreises Friedrichsdorf
Interessierte informieren sich über die Arbeit des Flüchtlingsrates
Flüchtlingsberatung Diakonisches Werk Eschwege/Witzenhausen
Filmtipps

Büchertipps

 

iaf Hessen vor dem Aus!

Landesmittel für den Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. Hessen komplett gestrichen

Die interkulturelle Arbeit der Landesgruppe Hessen des Verbandes binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. fällt der Kürzungspolitik der hessischen Landesregierung zum Opfer. Der Verband ist die einzige Interessenvertretung für binationale Familien und Paare hessen-weit. "Damit wird eine Infrastruktur in Hessen zerstört, die über Jahrzehnte vor allem durch ehrenamtliches Engagement aufgebaut wurde, und die nicht wieder herstellbar ist", so Landesvorsitzende Thea Lochmann.
Die komplette Streichung der seit 1985 jährlich bewilligten Landeszuschüsse hat die Schließung der Anlaufstellen für binationale Familien und Paare in Kassel und Gießen zur Folge, möglicherweise auch in Darmstadt, und außerdem die Aufgabe der Landesgeschäftsstelle in Frankfurt. Hier werden die vielfältigen Angebote des Verbandes koordiniert und die Vernetzung mit anderen Organisationen sowie Institutionen hergestellt.
Hessenweit wurde in den fast 20 Jahren mit geringen finanziellen Landesmitteln eine Palette an interkulturellen Angeboten aufgebaut, die schwerpunktmäßig von binationalen Paaren und Familien angenommen werden.
Vorwiegend Ehrenamtliche engagieren sich, informieren über interkulturelles Zusammenleben, Erziehung und Mehrsprachigkeit, vermitteln Kontakte für Eltern und Kinder, gewährleisten Informations- und Erfahrungsaustausch und bieten Beratung und Unterstützung an, um nur einige Aktivitäten zu nennen. Allein im Jahr 2002 nahmen gut 3.000 Menschen in Hessen die Beratung des Verbandes in Anspruch. Die Tendenz ist steigend, da die Personengruppe der Binationalen stetig größer wird.
"Es ist uns daher unverständlich, dass die hessische Landesregierung, die sich das Thema Integration auf ihre Fahne schreibt, gewachsene Strukturen zerstört, in denen integrative Maßnahmen stattfinden", erläutert Landesgeschäftsführerin Jutta Janzen. "Unserer Arbeit wird damit der Boden entzogen. Wohin sollen sich zukünftig binationale Paare und Familien in den hessischen Regionen wenden, wenn die bestehenden Anlaufstellen unseres Verbandes vernichtet sind?"
Denn eines ist klar: Die Mieten für die Treffpunkte in den genannten Kommunen, die Aufwendungen für die Mitarbeiterinnen in Gießen und Kassel und die Gehaltszahlungen für die Kollegin in der Landesgeschäftsstelle in Frankfurt sind ohne Landeszuschüsse nicht aufzubringen

Pressemitteilung 17. September 2003; Jutta Janzen, Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. Hessen, Ludolfusstr. 2-4, 60431 Frankfurt, Ruf 069 / 713 756 14, eMail iaf.hessen@t-online.de

 

"Sichere Zukunft"

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
fast 50.000 Menschen protestierten am Dienstag in Wiesbaden gegen das Sparpaket ,,SICHERE ZUKUNFT". Nicht nur Gewerkschaftskolleginnen und Kollegen beteiligten sich an der Kundgebung, sondern auch Menschen aus vielen Gesellschaftsgruppen: Schüler, Studen-ten, Lehrer, Professoren, Förster; Waldarbeiter, Polizisten, Feuerwehrleute, Autonome, Spontis, Sozialarbeiter, Erzieher von Wohlfahrtsverbänden und freien sozialen Einrichtungen.
Bei allen sicherlich unterschiedlich politischen Einstellungen waren sie sich einig, die beab-sichtigten Kürzungen dürfen nicht einseitig zu Lasten der Schwächsten in dieser Gesellschaft durchgeführt werden. Und hier setzt das ein, was ich eigentlich sagen will. Wir leben in einer
Gemeinschaft oder besser gesagt in einer Solidargemeinschaft. Ja, Solidarität, das ist mein Stichwort. Wir sollten diesen Wert wieder in den Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns stellen.
Ich glaube diese Gesellschaft kann nur friedlich zusammenleben, wenn es uns gelingt, Rand-gruppen und Menschen in Not zu unterstützen, ihnen ,,Sicherheit" zu geben. Dies ist Aufgabe der sozialen Arbeit und sollte nicht durch ordnungspolitische Maßnahmen ersetzt werden. Aber genau dies würde letztlich bei der sogenannten ,,Operation sichere Zukunft" passieren. Unabhängig vom Sinn dieser Maßnahme wären die Folgekosten für die Volkswirtschaft mittelfristig wesentlich höher.
Wir sollten jetzt jedoch nicht auf die einfachste Variante zurückgreifen und personifizierte Sündenböcke suchen. Es müssen die Reichen und Superreichen, die Konzerne ihren Beitrag zum Gemeinwesen leisten. ,,Legalen Steuertricks und illegaler Steuerhinterziehung" muss ein Riegel vorgeschoben werden. Gemeinschaft muss wieder einen Wert darstellen, das sollte bedeuten, dass der Stärkere den Schwächeren stützt und der Beitrag zum Erhalt der Gemeinschaft sich nach der finanziellen Leistungsfähigkeit richtet und nicht umgekehrt. Sollten die Sparbeschlüsse so umgesetzt werden, bitte ich Sie, Herr Landrat, auch Protestformen wie Arbeitsniederlegungen zu unterstützen.
Ich danke für die Aufmerksamkeit.

Rede von Georg Hesse am 20.11.03, Sprecher des Hessischen Flüchtingsrats

 

 



 

nach oben