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Lufthansa unterstützt weiterhin gewaltsame
Abschiebungen
Mit der Knarre zum Flugzeug. Trotz mehrerer
Todesfälle ist es auf dem Flughafen der "Abschiebehochburg" Frankfurt
am Main, weiterhin zu massiven Gewaltanwendungen gegenüber Flüchtlingen
im Zusammenhang mit Abschiebungen gekommen. Darauf macht das bundesweite
Netzwerk "kein
mensch ist illegal" aufmerksam. Besonders kraß ist dabei der
erst jetzt bekannt gewordene Fall der Familie Mogos aus Wiesbaden.
"Meinem Vater ,der laut schrie, daß er auf unsere Mutter warten
will, wurde eine Pistole an den Kopf gehalten", berichtete die 18jährige
Gabriela Mogos telefonisch dem Mitarbeiter einer kirchlichen Organisation.
Anschließend seien die Betroffenen, sämtlich mit Handschellen gefesselt,
unter Androhung von Schußwaffengebrauch in zwei Lufthansa-Maschinen
getrieben und über München nach Rumänien ausgeflogen worden. Das
Flugpersonal habe die bedrohlichen Umstände jedoch ignoriert und
die Abschiebung ohne weiteres zugelassen. "Offensichtlich hat die
Lufthansa aus den bisherigen Erfahrungen mit gewaltsamen Abschiebungen
nichts gelernt", kommentiert Jan Hoffmann, Sprecher von "kein mensch
ist illegal", unter Verweis auf die in Lufthansa-Maschinen getöteten
Flüchtlinge Kola Bankole und Aamir Ageeb die Vorgänge. Für den Tod
Ageebs müssen sich demnächst drei BGS-Angehörige vor dem Frankfurter
Landgericht verantworten. "Die wiederholte Erklärung des Vorstandsvorsitzenden
Jürgen Weber, Lufthansa werde keine Abschiebungen gegen den Willen
der Flüchtlinge in ihren Maschinen zulassen, entpuppt sich erneut
als Propagandalüge", so Hoffmann weiter. Offensichtlich ist die
Lufthansa im Fall der Familie Mogos für die staatliche rumänische
Fluggesellschaft TAROM in die Bresche gesprungen. TAROM verweigert
nach Aktionen der Kampagne "deportation class stop!" im letzten
Jahr, die Beihilfe zu zwangsweisen Abschiebungen. Dagegen mache
sich Lufthansa weiterhin "zum Handlanger staatlicher Abschiebepolitik"
so "kein
mensch ist illegal". Familie Mogos sei nur ein Beispiel für
diese gnadenlose Politik. In Hessen treffe diese Praxis immerhin
auf Proteste und Widerstand in der Bevölkerung. In Nordhessen hat
die von Abschiebung bedrohte Familie Dumitrescu Kirchenasyl erhalten.
Und in Ortenberg bei Büdingen mobilisieren Kirchen und örtliche
Bevölkerung gegen die Abschiebung der untergetauchten Familie Zamfir.
Thomas Klein, Junge Welt, 6.4.02
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